Chronik der FF Hötting
... seit 1874 ein wichtiger Bestandteil von Hötting
Als im Jahre 1856 der städtische Turnlehrer Franz Thurner in Innsbruck
die erste Freiwillige Feuerwehr ins Leben rief, konnte man hoffen, dass
auch Hötting, das damals größte Dorf Österreichs,
diesem Beispiel folgen würde.
Doch die Gemeindeführung setzte allzu großes Vertrauen in
ihre Pflichtlöschmannschaft, welche 1642 von der Erzherzogin Claudia
erlassen worden waren und auch in den Nachbarorten Innsbrucks Gültigkeit
hatten. 1642 wurde diese Pflichtlöschmannschaft in drei Mannschaften
geteilt, wobei die 1. mit Schaufeln, die 2. mit Pickeln und die 3. mit
Einreißhaken ausrückten. In verschiedenen Höttinger
Gebäuden waren zusätzlich Leitern und Löscheimer deponiert,
und man war der Meinung für jeden Ernstfall gerüstet zu sein.
Es bedurfte aber eines traurigen Ereignisses, damit die Gemeindeführung
umdachte...
In der Nacht auf den 9. Mai 1864 brach in der Riedgasse, beim landwirtschaftlichen
Anwesen beim „Bucherischen“ ein Brand aus, welcher Wohnhaus,
Stall und Stadel in Asche legte und neben dem Tod eines Knechtes auch
noch das Nachbargebäude schwer in Mitleidenschaft gezogen hat.
Nur unter Mithilfe der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck (von der Bevölkerung
„Thurnerfeuerwehr“ genannt), die schon über neue Löschtechniken
verfügte, gelang es einen größeren Schaden zu verhindern.
Nun war man sich auch in Hötting sicher, dass man eine Freiwillige
Feuerwehr braucht, warum die Gründung erst im Jahre 1874 erfolgte,
das blieb unbekannt.
Der erste Kommandant war Alois Norer, dem es durch die großartige
Unterstützung der Bevölkerung gelang noch im Gründungjahr
eine Feuerspritze, einen Haspelwagen, eine Anstelleiter sowie Reißhaken
und einige Löscheimer anzuschaffen. Das erste Gerätehaus bezog
die FF Hötting im Haus Schneeburggasse 1, welches heute nicht mehr
in dieser Art und Weise besteht.
Im Jahre 1890 wurde Anton Natterer zum Oberkommandanten der FF Hötting
gewählt. In seiner Ära fiel auch der größten Brand
in Hötting. Am 8. Juli 1895 brach im Stadel des Gasthauses „Rainer“
ein Feuer aus, welches in kürzester Zeit zwölf Häuser
im Bereich Saugasse (heute Bachgasse) und der langen Gasse (heute Schneeburggasse)
einäscherte. An den Löscharbeiten waren vierzehn auswärtige
Feuerwehren und drei Kompanien des Militärs beteiligt. Durch die
Verbauung der Höttinger Au bildete Natterer einen weiteren Löschzug,
welcher seine Geräte im Stadel des Gasthauses „Rössl
in der Au“ einlagerten und 1919 zur 2. Kompanie wurde. 1907 entstand
auch die von Dr. Franz Stettner ausgebildete Sanitätsabteilung
der FF Hötting.
Durch die Verbauung der Gründe in den Allerheiligenhöfen
wurde 1931 auch dort ein Löschzug aufgestellt und 1932 kam es zu
einer Neugliederung der FF Hötting. Mit einem Gesamtstand von 170
Feuerwehrmänner hatte der Branddirektor Johann Stolz das Kommando
über die
1. Kompanie: Hötting Dorf (Kdt. Rudolf Heiß)
2. Kompanie: Höttinger Au (Kdt. Valentin Streicher)
3. Kompanie: Allerheiligenhöfe (Kdt. Karlhein Födisch).
Auch der zweite Weltkrieg hatte Auswirkungen auf das Feuerwehrwesen
in Hötting. So wurde 1938 aus den Reihen der Berufsfeuerwehr und
der Freiwilligen Feuerwehr von Innsbruck der Sicherheitshilfsdienst
(S.H.D), die spätere Luftschutzpolizei aufgestellt.
Ein paar beherzte Männer nahmen nach dem Krieg die Arbeit bei
der FF Hötting wieder auf und 1946 wurde Josef Angermair sen. zum
Kommandanten gewählt, der 1958 dieses Amt an seinen Sohn Josef
jun. übergab.
1966 übernahm Alois Muglach das Kommando der FF Hötting.
Ihm und der tatkräftigen Unterstützung des Feuerwehrausschusses
und dem Willen seiner jungen Kameraden ist es zu verdanken, dass die
FF Hötting auch heute noch so gut ausgerüstet und ausgebildet
ist.
So übernahmen die Männer der FF Hötting nicht nur einen
kleinen und veralteten Fuhrpark, sondern auch ein nicht akzeptables
Gerätehaus.
In mühevoller Arbeit wurden in Eigenregie im Jahr 1966 ein VW-Bus
aus- bzw. umgebaut. So wurde im Jahre 1968 nach dem Ausfall des alten
Tanklöschfahrzeug, ein Fahrzeug angekauft und unter Mithilfe der
Kollegen von der BF Innsbruck zu einem modernen TLF 4000 ausgebaut.
Die Stadtführung würdigte diese Arbeit mit der Zuteilung eines
Hochdrucktanklöschfahrzeuges HDLF 1500.
Auch wurde bis heute mehrmals in eigener und unentgelticher Arbeit
die Fahrzeughalle und der Aufenthaltsraum adaptiert und umgebaut.
1998 übergab Alois Muglach sen. nach 32-jähriger Tätigkeit
als Kommandant der FF Hötting und 20-jähriger Funktion als
Bezirksfeuerwehrkommandant von Innsbruck-Stadt das Kommando an Hans
Tusch, der dieses bis 2008 führte. Seit der Jahreshauptversammlung 2008 führt Alois Muglach jun. zusammen mit seinem Stellvertreter Alois Heis die Geschicke der FF Hötting.
Liebe Besucher unserer Website. Ich hoffe, dass Sie einen informativen
Überblick über die Geschichte der
FF Hötting erhielten und wünsche Ihnen noch viel Vergnügen
auf den weiteren Seiten.
„Gott zur Ehr’, dem Nächsten zur Wehr“
Alois Muglach jun.
Kommandant der FF Hötting
Fotos:

08.07.1895: Größter Brand in Hötting im Bereich der heutigen Bachgasse

1907: Rechnung über den Ankauf einer mechanischen Leiter

1910: 1. und 2. Kompanie der Freiwilligen Feuerwehr Hötting

1938: Eingliederung der Freiwilligen Feuerwehr Hötting in den Sicherheitshilfsdienst

1961: Herbsthauptübung im Höttinger Oberdorf

27.09.1983: Brand bei Kassel-Bauern in der Höttinger Dorfgasse
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